"Wir zum Beispiel haben ziemlich viel Geld"

"Wir zum Beispiel haben ziemlich viel Geld." So Aeneas. Abends. Beim Zubett bringen. Weil Stella und ich ja momentan gar nicht arbeiten. Und weil man ja arbeitet, um Geld zu verdienen damit man dieses dann ausgeben kann. Weil wir gar nicht arbeiten und trotzdem Geld ausgeben, deshalb - so die Aeneassche Schlussfolgerung - haben wir ziemlich viel Geld. Brauchen nicht zu arbeiten.

07-10-25-01
Das hat mich dahin gebracht, mal über unsere derzeitige Jobsituation nachzudenken. Eigentlich müssten wir nämlich arbeiten, sollten wir. Wollen wir auch. Stella zum Beispiel arbeitet bereits ganz doll an ihrer Schreiberei: Bloggt ganz viel bei Brigitte, liest Bücher à la How to write & sell your first novel und denkt vor allem viel nach. Darüber, wie's verkauft werden soll, denn Schreiben zur Selbstverwirklichung ist gar nicht mehr so ihres. (Hört sich doof an? - Finde ich gar nicht, denn mit Community, zwei Gören und einem nicht immer easy-going Partner muss das bisschen Zeit schlau genutzt werden. Da bleibt gar wenig Zeit zur Muse.) Aber so richtig wie arbeiten sieht das dann für Aeneas noch nicht aus.

Und ich? Hach ... nicht so einfach. Ich übernehme einen Großteil der Kinderbetreuung, was ziemlich zeitraubend ist, weil ja Aeneas erst ab Januar voll zur Schule geht. Bis dahin mal eben von eins bis halb vier (und ich sitze bislang noch daneben). Bei Leander sieht es so aus, dass es wohl erst ab 3 Jahren so etwas wie einen Kindergarten gibt. Und bis dahin, naja, mache ich wohl in Kinder, wa.

Das ist an sich nicht etwas, worüber ich jammere - überhaupt nicht, mir gefällt das ja! - aber ein externer Job ist da nicht so gaaanz einfach. Aber verbalisieren wir mal meine Pläne. Verbalisieren auch, um die kleinen Schritte zu nennen und nicht immer nur das große Bild vor Augen zu haben.

Die Idee ist folgende: Ich will hier arbeiten, um teures Pound Sterling zu verdienen. Gleichzeitig will ich wenig vom teuren Pfund ausgeben. Dann - vielleicht nach 5 Jahren - wäre ein Umzug in ein Niedrig-Dollar-Land möglich, um dort etwas mit dem teuren Pfund kaufen zu können (beispielsweise eine Unit in einer netten Community).

Soweit das Big Picture. Kommen wir mal zu den kleinen Schritten. Die Ausgabenseite mit dem Leben hier in der Community stimmt bereits, die Einnahmenseite noch nicht. Angedacht - erst - ist ein Job als Lehrer. Dafür lese ich The Compassionate Classroom und mache mir Gedanken darüber, welche Rolle ich als Lehrer einnehmen will. (Was ich nicht mache sind Stellenanzeigen lesen und meinen CV aktualisieren, aber das nur nebenbei).

07-10-25-02
Für zwei Jahre würde ich gerne diese Arbeit machen, vielleicht auch länger. Währenddessen - und jetzt bereits - poliere ich mein grottiges Englisch auf, um danach irgendetwas mit Finanzen zu machen, financial adviser oder so etwas.

So der Plan. Nun sind wir aber gerade hier in East Anglia und werden sicherlich nach dem Winter umziehen, mindestens 150 Meilen weiter. Das würde Jobwechsel heißen, wenn ich denn hier einen hätte. So. Und das hört sich nicht eben effizient an. Deshalb - so der Plan - will ich erst ab April wieder arbeiten und bis dahin eben in Kinder machen.

Oder Lotto spielen. Bank ausrauben. Etc pp. Denn: Wir haben ja ne Menge Geld, wa?!