"Irgendwie bräuchten wir jetzt Papa"

In der Zeit kann man schon einen Haufen Sachen erledigen. Aber als quasi-Alleinerziehende ohne Kinderbetreuung war ich froh, wenn der Tag ohne größere Heulereien ablief, vom Abarbeiten der langen Agenda mal ganz zu schweigen: Kinder zu diversen Ärzten, Keller ausräumen, Hab&Gut nach England schicken, Papierkram erledigen etc. Ich habe mich bei vielen Leuten in Berlin nicht gemeldet, weil ich es einfach nicht geschafft habe (Entschuldige Rosa, und Entschuldigung an Brigitte, dass ich die Spanien-Communities immer noch nicht herausbekommen habe)

07-10-18-01
Mir ist unbegreiflich, wie Alleinerziehende überleben - und vor allem, dass die Kinder das überleben. In den letzten zehn Tagen ist meine Hochachtung vor Euch Alleinerziehenden noch viel weiter ins Astronomische gestiegen. Ihr seid echt die Härtesten!

Die Reise nach Berlin und zurück haben die Jungs großartig gemeistert. Funktionerte aber nur, weil ich den Kindern während dieser zwei Tage 100% Aufmerksamkeit geschenkt und stets aus dem reichen pädagogischen Fundus gefischt habe. Mit anderen Worten: Ich hab meine Bedürfnisse total vernachlässigt. Kann aber keine Lösung für länger sein, da wird man ja nicht froh. Froh war ich im Café, als das Babychen durchs Schaufenster Berliner Hunden hinterher geguckt hat und ich mit schickem Kinderwagen einen schicken Kaffee getrunken habe. Meistens allerdings war ich abends so zerschossen, dass ich nur lethargisch neben den Kindern gelegen habe, die Bücher vorgelesen bekommen wollten. Aeneas hat die desolate Situation als letzten Satz vorm Einschlafen auf den Punkt gebracht: "Irgendwie bräuchten wir Papa."

Den haben wir jetzt wieder. Er hat uns vom Flughafen abgeholt und dann gleich die Kinderchen ins Bett gebracht, da krieche ich jetzt auch hin. Gute Nacht! Bald mehr - in alter Frische.