Fahrradfreie Zone, oder: Dankül!

Aeneas macht nun wirklich die ersten Fortschritte im Englischen. Klar, bislang waren wir ja nur auf Campingplätzen unterwegs gewesen und die Notwendigkeit für ihn, wirklich Englisch zu sprechen, nicht unbedingt gegeben. In Old Hall war's anders, 3 Wochen intensivste Englisch-Erfahrungen für den Kurzen und Ei, wär hätt's gedacht, fängt er doch echt an. 70 Leuten Deutsch beizubringen war für ihn doch zuviel.

Seine ersten Worte see ya und bye werden nun ergänzt durch icecream (konnte er ziemlich schnell) und rowing boat (ohne ersichtlichen Grund) und getting dressed. Vorne auf dem Pino-Tandem unterhalten wir uns auch manchmal über die Farben der Autos und deren Farbe, blue car, red car, silver undsoweiter.

Wird also. Was nur seltsam ist, dass er Wörter, die er auch schon konnte, nun irgendwie verhunzt. Für thank you sacht er beispielsweise dankül. Das ist schon ein bisschen Moabit drin, denke ich.

Aber was die Autos angeht, denen wir begegnen. Die werden immer weniger. Wir sind doch nun wieder unterwegs, die Zwiebelcommunity haben wir hinter uns gelassen (vielleicht nicht für immer) und wir haben nun so langsam raus, wie man hier in England Fahrrad fährt. Zwar gibt es die überall beworbenen Fahrradwege von Sustrans hier, aber mehr als ein Schild auf einer ruhigen Straße (oder Striche auf der Straße) kommt da nicht. Kann man also getrost ignorieren.

Besser, und einfacher, ist folgendes: Es gibt hier Autobahnen, A-Straßen, B-Straßen und so etwas wie Feldwege, die aber offen für den normalen Verkehr sind und hier kleine Dörfchen, Weiler verbinden. Autobahn, klar, nehmen wir nicht, A-Straßen in der Regel auch nicht, B-Straßen manchmal. Eigentlich die ganze Zeit fahren wir auf diesen Feldwegen entlang, die meistens parallel zu einer fetten Straße laufen und menschenleer sind, meistens einspurig mit kleinen Buchten hier und da um Gegenverkehr vorbei zu lassen (Autos ruft Aeneas dann immer ein dankül entgegen). Wunderbar! Ich bin selbst in Berlin und Brandenburg noch nicht solch schöne, autofreie Straßen entlang gefahren. Unser Öko-Futter für das Mittagessen kaufen wir idealerweise dann an einem Straßenstand mit Honesty Box, da gibt's dann auch mal mehr als nur Nudeln mit Soße.

Also: Im Blog von Stella bei Brigitte.de war mal so ein Kommentar à la fahrradfreie Zone England. Das ist echt Quatsch. Wenn man's raus hat, findet man hier die schönsten Radwege. Und auch ein paar Fahrradfahrer-Kollegen.